Vom Béret bis zum Zylinder: Herbstliche Männerhüte erobern stylische Frauenköpfe

Während die Temperaturen fallen, steigt das Fashionfieber. Herbst und Winter sind eindeutig Hutzeit. Viele greifen in dieser Saison zur klassischen Wollmütze. Wahre Modeliebhaberinnen setzen derweil auf Hüte, Bérets und Baker Boys. Dabei lässt sich die Hutmode für Frauen auch in diesem Jahr stark von der Männermode inspirieren.

Hauptsache Filz: Die Fedora und der Trilby bleiben

Die beiden klassischen Hutstile scheinen sich fest in der Hutmode für Herbst und Winter etabliert zu haben. In dieser Saison zählen die beiden zeitlosen Modelle zu den eleganteren Hutvarianten für einen stilsicheren sowie etwas vornehmeren Auftritt. Die Fedora, mit einer mäßig breiten Krempe, ist in diesem Herbst vorzugsweise schwarz oder braun. Besonders edel und feminin wirkt der formschöne Filzhut in dunklem Burgundrot oder Indigoblau. Die passende Trendfrisur zum Hut ist ein leicht gewellter Schopf zwischen lang und mittellang. Das Haar kontrastiert am Besten die gerade Linienführung der Kopfbedeckung: nicht zu streng, nicht zu lässig, sondern betont elegant. Auch der Trilby, ein Klassiker aus der Hutmode für Herren schmückt in dieser Saison die Köpfe stylisher Damen. Vorzugsweise mit Spielereien, wie Ketten, Federn, Nieten oder Lederriemen verziert, schmeichelt er zu unterschiedlichen Outfits kombiniert. Am Besten passt er zu Lederjacke, Jeans und Pullover gestylt, wobei auch ein gepflegter Bohochic einen Fedora oder Trilby gut vertragen kann. Farblich gilt, was für den Fedora auch erlaubt ist, wobei der Trend beim Trilby mehr zu Camel, Khaki und Navyblau geht. Abschließend gilt es, nur eine Regel zu befolgen: Es muss ein Filzhut sein. Finger weg von Ledermodellen oder Jeansstoff.

Der absolute Trendhut: die Schiffermütze

Während in der Männermode die Bakerboy Cap den Ton angibt, haben sich die Designer in der Frauenhutmode ein Beispiel an der lange in Vergessenheit geratenen Schiffermütze genommen und diese neu adaptiert. In Leder, in Filz oder in Tweed: Die moderne Schiffermütze mit dem kurzen Steg und dem kleinen Mützendeckel tauchte vor ein paar Jahren wieder auf. Zunächst in Musikvideos aufgesetzt, schaffte sie dieses Jahr den Sprung auf die internationalen Laufstege. Ihr nächster Verwandter in der Hutfamilie ist die Baker Boy Cap. Sie heißt so, weil früher Bäcker und Zeitungsjungen sie trugen. Sie ist eine typische Ballonmütze. Im Gegensatz zur Schiffer- oder Schiebermütze ist die Krone über dem Steg breiter und fällt leicht über. Beide gehören zu den Musthaves dieser Saison. Entscheide dich beim Kauf einer Baker Boy am Besten für Tweed, Wolle, Cord oder Plüsch, und bevorzuge die Schiffermütze als Filzhut oder Ledermodell, wobei in dieser Saison sogar Lackleder als cool durchgeht. Der Steg deiner Schiffermütze darf schlicht oder verspielt sein. Ob Flechtband, Kette oder Nieten, alles ist erlaubt, solange die Zier nicht die gesamte Aufmerksamkeit auf sich zieht. Der Hut sollte dein Gesicht umrahmen, nicht überdecken. Das Haar unter der Schiffermütze bleibt besser offen.

Typisch französisch und so schön mädchenhaft

Das Béret, sprich "Be-räh", ist zurück. Die klassische Baskenmütze war ein komplettes Jahrzehnt weg vom Fenster. Erst in dieser Saison kehrt sie auf unsere Köpfe zurück, und schöner könnte das Wiedersehen nicht sein. Die typisch französische Kopfbedeckung hat ihren militärischen Charakter vollends eingebüßt und steht nur noch für Charme und Stil. Ob zu Lederjacke kombiniert oder zu Rock und Stiefeln, der einzigartige Esprit der Béretmütze hat immer etwas Elegantes und Feminines an sich. Obwohl das Béret in der Männermode ausschließlich schwarz ist, haben Frauen farblich freie Hand. Ob du dich also für eine beige, rote oder braune Baskenmütze entscheidest, ist egal, Hauptsache du rockst das Teil so richtig. Beim Material hast du ebenfalls freie Hand. Rihanna trägt ein Barett aus Kunstleder, Gigi Hadid ebenfalls. Doch auch Varianten aus Strick oder Filz sind angesagt. Zu Sonnenbrille und schwarzem Mantel gestylt erreicht dieser Look das oberste Stylelevel. Auch Ringelshirts kommen mit ihm gut zur Geltung.

Das Phänomen Bucket Hat

Vor etwa 20 Jahren erlebte er als Modeaccessoire der Rapper und Raver einen kurzen Hype, verschwand aber bald wieder in der Versenkung bzw. in den Regalen der Fachgeschäfte für Outdoorbekleidung: Der Bucket Hat. Der Liebling aller Fischer und Jäger weltweit ziert wieder die Häupter der Coolen und Schönen. Doch seine Neuauflage verlangt ein gewisses Fingerspitzengefühl. Zwar darf der auch "Pork Pie" oder "Ententeich" genannte Hut mit der umschlagbaren Krempe aus allen möglichen Materialien bestehen, bei den Farben musst du allerdings gut aufpassen. Obwohl er auf Laufstegen und in Modeblogs teilweise in Knallfarben präsentiert wird, greifen modebewusste Hutträgerinnen in diesem Herbst besser zur gediegeneren Farbpalette. Aufnäher und Logos sind hingegen okay. Der Bucket Hat scheint allmählich die Basecap abzulösen. Die typische Sportlerkopfbedeckung hält sich aber auch in dieser Saison hartnäckig an unseren Köpfen fest und setzt ebenfalls auf Logos und Schriftzüge. Vorbei sind jedoch die Zeiten des Strass und der übermäßig femininen Verzierungen dieser Herrenmütze.

Zylindrische Extravaganz für rockige Fashionistas

Der beliebte Herrenhut mit der zylindrischen Krone und der festen Krempe war im 19. Jh. das Wahrzeichen des Bürgertums. Heute wird der Zylinder zu besonderen Anlässen getragen. Doch außer Zauberkünstlern und Dressurreitern trugen ihn zuletzt nur noch ein paar eigenbrötlerische Rockstars. Seine Rückkehr ist darum mehr als erstaunlich, passt aber gut ins Schema des modischen Revivals der 1990er Jahre und des Styles eben dieser eigenbrötlerischen Rockstars. Der Gitarrist von Guns'n'Roses trug ebenso gern Zylinder wie einst Lenny Kravitz oder Linda Perry. Die ungewöhnliche Hutform bewegt sich zurück ins Rampenlicht, allerdings in stark abgewandelter Form, als Halbzylinder. Noch moderner ist dieser als schwarzer Filzhut mit etwas breiterer Krempe, sozusagen als Alternative zum Fedora. Wer einen Hauch Extravaganz gut vertreten kann, sollte dieses Modell in diesem Herbst probeweise mal aufsetzen. Runde Brillengläser nach John Lennon Art und eine ungezügelte lange Mähne runden den Look ab.

Plüsch, Pelz und Strick bei Mützen

Der Trend zur Slouchie, Beanie, Boshi und Co. bleibt auch in diesem Winter ungebrochen. Immer häufiger sehen wir dieses Jahr aber auch Varianten aus kuscheligem Kunstpelz oder dickem Strick. Die "mädchenhafte" Mützenmode für Damen setzt sich deutlich von ihren Vorbildern aus der Männermode ab. Insgesamt gilt in dieser Saison, dass eine anständige Mütze nicht nur stylish aussehen, sondern auch wohlig warm sein sollte. Ohrenklappen, wie beim Chullo, sind deshalb auch in diesem Jahr keine Fashionsünde.