Ein Prosit! Der Trachtenhut - ein Must Have für das Oktoberfest

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Bald ist es soweit: Die Wiesn 2017:

Das Oktoberfest in München steht bald vor der Tür und wie jedes Jahr werden Millionen von Besuchern aus aller Welt in die Bayerische Landeshauptstadt pilgern. Das Oktoberfest steht seit Jahrzehnten für die Pflege der Tradition und Bayerischer Gemütlichkeit. Zwar allgemein bekannt, aber der breiten Masse oft verborgen bleiben die Details der angemessenen Kleidung auf dem Oktoberfest. Wer als "echter Bayer" durchgehen möchte kommt neben der Lederhose in keinem Fall am Trachtenhutvorbei. Woher kommt das Phänomen des Trachtenhuts, woraus ist er konzipiert und worauf sollte der geneigte Wiesn-Besucher beim Kauf achten?

Damen und Herrenmode während der Wiesn:

Von Oder Zeichner: Guido Wörlein (claudius-drusus) - Selbst fotografiert, Gemeinfrei, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=18060478

Während die Damen das Oktoberfest traditionellerweise mit dem Trachtendirndl besuchen, trägt der Herr zur Lederhose den Trachtenhut. Dieser ist typischerweise durch den sogenannten "Gamsbart" verziert. Der Gamsbart ist ein in Österreich und einigen Teilen Bayerns gebräuchlicher Hutschmuck, der durch die markante Hutfeder dem Betrachter ins Auge sticht. Dabei wird das Material in der Regel aus den Rückenhaaren erwachsener Gamsböcke gewonnen, die zur Jagdzeit von Jägern erlegt werden. Charakteristisch ist die büschelartige Bindung des Gamsbartes horizontal in Himmelsrichtung. Die richtige Bindung des Gamsbartes gilt als sehr kompliziert und nur ausgewiesene Experten verfügen über die richtige Technik. Nachdem der Gamsbart Jahrzehntelang quasi nur Männern vorbehalten war, findet in letzter Zeit ein Trend statt, nach dem auch Frauen gelegentlich den Gamsbart zu ihrer Tracht tragen - ein Anblick an den sich viele Traditionalisten erst noch gewöhnen müssen. Auf dem Oktoberfest sollte der Anblick einer Dame mit Trachtenhut und Gamsbart allerdings eher selten vorkommen. Die Hüte werden auf der Wiesn doch verstärkt der Männerwelt überlassen, da der Münchener an sich Traditionen eher selten bricht sondern vielmehr alt bewährtes zu pflegen versucht.

Der Trachtenhut samt Gamsbart:

By Harald Bischoff (Own work) [GFDL (http://www.gnu.org/copyleft/fdl.html) or CC BY 3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by/3.0)], via Wikimedia Commons

Der Trachtenhut selbst blickt wie schon erwähnt auf eine lange Tradition zurück. Die Ursprünge liegen Jahrhunderte weit zurück, wobei es in den einzelnen Regionen Bayerns und Österreichs große Unterschiede gab und gibt was die Verbreitung der Hüte und des Tragens betrifft. Insbesondere die Gebirgsregionen gelten als Pioniere in Bezug auf Trachten und Trachtenhüte. Auch heute findet sich im "Gebirgigen Oberbayern" ein großes Stück Tradition und Heimatgeschichte. Die Identität der Bayern hängt bis heute mit den Trachten zusammen, so dass an dieser Stelle einige für Nicht-Bayern fremde Gepflogenheiten im Rahmen des Münchener Oktoberfestes deutlicher werden dürften. So traditionell der Bayer auch sein mag, so gastfreundlich und tolerant ist er allemal: Jeder "Fremde" ist herzlich dazu eingeladen im Rahmen der Wiesn einmal in die Tracht samt Trachtenhut zu schlüpfen und so ein noch größerer Teil dieser langen Tradition zu werden.

Kosten und "Einkaufsmöglichkeiten":

Trachten mit Trachtenhüten sind nicht ganz billig, allerdings gibt es mittlerweile doch eine große Auswahl an Herstellern und Geschäften, die das Equipment anbieten. So musste zu früheren Zeiten der Auswärtige noch die Tracht fast ausschließlich in Bayern besorgen, heute gibt es Trachtengeschäfte auch über die weiß-blauen Landesgrenzen hinaus. Zusätzlich gibt es die Möglichkeit sich über das Internet mit Trachten, aber auch anderem Zubehör rund um das bevorstehende Münchener Oktoberfest angemessen einzudecken. Der Trachtenhut ist so oder so in keinem Fall von der Wiesn wegzudenken.