Der angesagte Bucket Hat: Den Trend mitmachen oder lieber auslassen?

Er ist so schön schräg wie seine umschlagbare Krempe: der Bucket Hat. Während die Jüngeren sich an einem brandneuen Trend erfreuen, setzen ihn die Millennials bereits zum zweiten Mal auf. Für die Golden Ager hingegen ist der sogenannte "Ententeich" längst ein "alter Hut". Seit ziemlich genau drei Jahren feiert er sein Comeback auf Laufstegen, Fashionshootings und Partyevents. Aus Instagram ist er gar nicht mehr wegzudenken und in manchen Videoclips ist er ein Muss. Doch was taugt dieser Trend im Alltag? Wer kann diesen sonderbaren Hut, den manche als "Pork Pie" bezeichnen, gut tragen und wie kommt ein Fischerhut in der Innenstadt an? Damit Du in dieser und in der nächsten Saison beim Huttragen nicht in den sprichwörtlichen Eimer (engl. bucket) greifen musst, hier die wichtigsten Erkenntnisse über den sonderbar populären BucketHat.

Und ewig lockt der Kübel

Eigentlich kann niemand so richtig sagen, woher dieser Hut kommt. Angeblich entstand er um 1900 herum irgendwo in Irland und wurde von Farmern und Fischern als praktischer Regenschutz getragen. Fashionexperten vermuten, er sei dann irgendwann in den 1950er Jahren wieder aufgetaucht. In den 60ern avancierte er jedenfalls zum beliebten Modeaccessoire. Im Zuge des durch die Mods-Subkultur verbreiteten, allgemeinen Hutrevivals sah man ihn auf aufgeplusterten Bienenkörben sitzen und über großflächigen Sonnenbrillengläsern thronen. Lange Zeit war er dann verschwunden. Nur ein paar ältere Herren, vorzugsweise verschrobene Professoren, so wie Sean Connery in "Indiana Jones und der letzte Kreuzzug", trugen ihn in seiner konservativen Ausführung aus Tweed. US-amerikanische Rap-Ikonen retteten ihn in die 80er, in denen er ein Nischendasein als Rentnerhut führte. Dann Mitte der 90er war plötzlich wieder die Mode aus den 60ern angesagt. Er war überall. Rapper, Raver, Popper, bis auf die Goths und die Metaller trugen ihn wirklich alle. Es brauchte mehrere Boybands und Britney Spears-Filme, um den Bucket Hat wieder ins modische Abseits zu katapultieren. Zwischenzeitlich übernahmen die Cappies und Beanies das Spielfeld. Doch heute sieht es anders aus: Heute sind die 90er Jahre wieder in. Es stimmt also! Was Omi immer gesagt hat, "Bloß nichts wegwerfen!" Gefühlte 20 Jahre später kommt nämlich alles wieder in Mode. Zusammengefasst heißt das: Weil er in den 90ern cool war, weil er zuvor in den 60ern als cool galt, ist der Anglerhut heute wieder "ziemlich cool".

Wer hat an der Uhr gedreht?

Im Zeitalter der sozialen Medien lässt sich erstaunlich genau zurückverfolgen und eindeutig ausmachen, wer, wann einen Trend losgetreten hat. Diesmal ist eine einzige Frau ganz allein für das Comeback des Kübelhuts verantwortlich: Die Rede ist von Rihanna. Unmittelbar nach dem Sieg der deutschen Fußballnationalmannschaft ließ sich die fußballbegeisterte Sängerin mit Mario Götze ablichten. Bei diesem Schnappschuss trug sie einen grausilbernen Bucket Hat über ihrer dunklen, wallenden Lockenmähne zu lässigem T-Shirt und rotem Lippenstift. Beweisbilder mit Podolski und Schweinsteiger inklusive Pokal kursieren ebenfalls im Netz. Twitter, Instagram und die gesamte Welt des Fashionbloggings hatten zu diesem Zeitpunkt längst angebissen. Binnen kürzester Zeit breitete sich der Bucket Hat Trend wie ein Virus aus. Heute gibt er in Sachen modische Kopfbedeckung für Frauen und Männer wieder den Ton an. Magazincover, Fashionshows sowie richtig teure Modehäuser frönen alle dem Anglerhutstyle.

Deins oder nicht Deins

Der einstige Liebling aller Fischer und Jäger ziert nun wieder die Köpfe von Styleikonen weltweit. Doch ist er in seiner modernen Ausführung überhaupt tragbar? Die Neuauflage des Fischerhuts verlangt selbst geübten Fashionistas ein Mindestmaß an Stilsicherheit ab, denn die knallbunten Modelle und die floralen Muster sehen im mitteleuropäischen Straßenbild irgendwie nicht so gut aus, wie auf Youtube oder im Onlineshop. Gerade für die kältere Jahreszeit sind gedeckte Farben einfach die bessere Wahl. Auch das Material ist so eine Sache. Achte auf Materialien, die zu Deiner Herbst- und Wintergarderobe passen. In diesem Jahr dürfen diese Wolle, Filz, Cord, Kunstpelz, Lack, Leder oder sogar Plüsch sein, aber eben kein Stroh. Wenn Du einen Wendehut aus Polyester oder Baumwolle bevorzugst, greifst du besser zu einem unaufgeregten Design, wie Camouflage oder Fischgräte. Auch alle möglichen Prints in Schwarz-Weiß sind okay. Logos, Schriftzüge und Aufnäher sind genauso angesagt wie dezente Spielereien am Bund. Es kommt hier ganz allein auf Dich und Deinen individuellen Geschmack an. Im Sommer kannst Du Dich farblich und materialtechnisch dann wieder nach Lust und Laune austoben. Dann sind Blumen, Flamingos, Kakteen oder Galaxisprints kein Modefehlgriff mehr, sondern wieder voll im Trend.

Eine Frage der Krempe

Der Bucket Hat für Frauen ist ebenso vielseitig wie die Männermodelle. Bei den Damenmodellen macht die Länge der Krempe den entscheidenden Unterschied aus: je länger, um so eleganter, je kürzer, umso sportlicher. Davon abgesehen gibt es den passenden Bucket Hat für jede Frau. Ob jung, alt oder "alterslos", dieser Trend kann jedem und jeder Spaß machen. Wenn Du einen eher sportlichen Stil pflegst, kombinierst Du Deinen Fischerhut aus Baumwolle oder Polyester am besten mit einer Bomberjacke oder einer Jeansweste. Für elegantere Erscheinungen bieten sich Modelle aus Filz oder sogar Leder an, die ebenso gut zu langen Mänteln passen wie zu Kleidern. Fühlst Du Dich stilmäßig gefestigt, kannst Du sogar zu Modellen aus Lackleder greifen. Die einzige Regel für den Bucket Hat lautet, wie bei allen anderen Kleidungsstücken und Accessoires auch, der Hut muss zu Dir passen und nicht umgekehrt.