Alle tragen Bakerboy: Die trendige Ballonmütze

Weltberühmte Kinofilme wie "Der große Gatsby" haben sie berühmt gemacht, die "Schiebermütze oder Ballonmütze" der Superlative, die im Sommer für einen kühlen Kopf und im Winter für warme Ohren sorgt! Diese lässige Bakerboy Mütze hat ihren Namen vom Bäcker- oder Zeitungsjungen von nebenan, der in früheren Zeiten so eine Ballonmütze oder Schiebermütze getragen hat. Aber was ist der Unterschied zwischen einer Ballonmütze und einer Schiebermütze wird sich so manch einer nun fragen? Lass Dich nachstehend aufklären und finde für Dich und Deinen ganz persönlichen Style heraus, welche Schiebermütze oder Ballonmütze im Sommer wie im Winter für mollig warme Ohren zu Dir am besten passt!

Die trendige Ballonmütze oder "Gatsby Cap" von heute

Sowohl eine Ballonmütze als auch eine Schiebermütze fallen unter den Oberbegriff: "Schirmmütze". Sie unterscheiden sich nur dadurch, dass die Ballonmütze ein ballonartig aufgewölbtes Mützendach besitzt. Sie besteht meistens aus acht einzelnen Stoffteilen, die mittig mit einem Knopf oder einem Bommel zusammengezogen werden. Vorne ist bei einer Ballonmütze in der Regel ein flexibler Schirm angebracht, den man hoch oder runterklappen kann. Daher rührt der Name "Schirmmütze". Dieser Schirm hält im Sommer die Sonnenstrahlen von den empfindlichen Augen ab und schützt in der kühleren Jahreszeit vor Regen- und Schneeschauern. Eine Ballonmütze ist meist aus einem steifen Cord, Tweed oder Filzmaterial gefertigt. Bei zahlreichen Modellen ist ein ins Mützeninnere einklappbarer Nacken- oder Ohrenschutz mit dabei. Insbesondere bei den wärmeren Ausführungen einer Ballonmütze, die für das Tragen im Winter geeignet sind, ist der ausklappbare Ohrenschutz für warme Ohren eine feine Sache.

Wie kam es zur Entwicklung der Ballonmütze?

Die Ballonmütze fand ihren Hype im späten 19. Jahrhundert sowie im frühen 20. Jahrhundert vor allem bei den Männern Europas und Nordamerikas. In den 1910 bis 1920er Jahren galt diese Ballonmütze als Mützenform der unteren Klassen, sprich der Arbeiterschicht. Deshalb wird sie wohl bis heute auch Bakerboy Mütze genannt. Sie wurde aber nicht nur von Bäckerjungen sondern von Hafenarbeitern, Zeitungsjungen, Schiffsbauern, Stahlarbeitern, Bettlern, Handwerkern, Bauern, Kaufleuten und vor allem auch von Verbrechern bevorzugt getragen. Eine ebenso berühmte Filmfigur wie "Der große Gatsby" mit so einer Bakerboy Mütze war der Titelheld im Film Oliver Twist. Junge und erwachsene Männer der oberen Klassenschichten trugen diese Bakerboy Mütze vorwiegend für luxuriöse Freizeitgestaltungsmöglichkeiten wie für das Spielen von Golf. Erst ab Mitte des 20. Jahrhunderts wurden die Bakerboy Mützen salonfähig und verloren ihren Ruf eine reine Mütze für Arme und die Arbeiterschicht zu sein. Sie galten plötzlich als trendig und modern und avancierten zum Mode-Accessoire. Man schmückte sich gerne mit ihnen um sein eigenes Markenzeichen zu setzen oder den Ausdruck der eigenen Persönlichkeit damit zu unterstreichen. Beispielsweise trug der weltbekannte österreichische Künstler, Maler und Architekt Friedensreich Hundertwasser nur allzu gerne diese ballonartigen Bakerboy Mützen.

Die nicht minder angesagte Schiebermütze

Die Schiebermütze oder auch Schieberkappe genannt, besitzt im Unterschied zur Ballonmütze ein flaches Mützendach, es ist also nicht ballonartig aufgewölbt, wie bei der Ballonmütze, die davon ihren Namen trägt. Der ebenfalls flexible Schirm am vorderen Mützenrand ragt wie ein barettähnliches Oberteil nach vorne. Diese Mützenart lässt sich wunderbar flach zusammenlegen, so dass sie in jede Mantel- oder Jackentasche passt und bei Bedarf herausgenommen, aufgeschlagen und aufgesetzt werden kann.

Der Herkunftsname der Schiebermütze wiederum leitet sich ab von der uralten Berliner Bezeichnung für einen Vorarbeiter, der einst "Schieber" genannt wurde. Wieder stand also auch die Schiebermütze für eine Mützenart für arme Leute und vorwiegend für die Arbeiterschicht. Man nennt sie zudem Casquette, Sportmütze oder gar Schlägerkappe. Das barettähnlich vorgewölbte Oberteil des Schirms dient als Augenschutz. Genau wie bei der Ballonmütze gibt es auch bei der SchiebermützeModelle, die einen einklappbaren Nacken- und Ohrenschutz besitzen. Insbesondere für eisige Temperaturen im Winter ist der Nackenschutz sehr hilfreich und die Ohrenklappen sorgen für angenehm warme Ohren. Auch die Schiebermütze für den Winter ist aus steiferen Materialien wie Tweed, Cord oder Filz gefertigt. Das Zusammenlegen der Schiebermütze ist mit diesen Materialien jedoch nicht mehr möglich, das geht nur mit den leichten Sommervarianten. Heutzutage ist die Schiebermütze bei einigen Schauspielern oder Comedians ein fester Bestandteil ihres jeweiligen Markenzeichens und Bühnenkostüms geworden.

Kurzer Einblick in die Entwicklungsgeschichte der Schiebermütze

Die Schiebermütze war insbesondere in den 30er Jahren weit verbreitet. Sie hatte zu jener Zeit nicht nur eine Schutzfunktion sondern war auch vielerorts als Teil der Berufsbekleidung im Einsatz. Wer beispielsweise in der Holzindustrie tätig war, dem diente sie als Kopfschutz, um herumfliegende Holzspäne in den Haaren zu vermeiden. Weiterhin diente die Schiebermützedazu, das sich die Haare nicht in den rotierenden, holzverarbeitenden Maschinen verfingen und verhedderten. Heutzutage findet man die Schiebermütze eher im freizeitsportlichen Bereich wieder, in der Sportbekleidung beim Golfen und Tennis spielen aber auch ganz formell bei der Jagd und beim Angeln.

Weitere Arten von Schirmmützen

Neben der trendigen Ballonmütze und der angesagten Schiebermütze gibt es noch die Schild- oder Tellerkappen mit Schirm und manchmal auch mit Kinnriemen. Diese werden meist zu Uniformen aller Art getragen, beispielsweise bei der Polizei, bei der Feuerwehr, im militärischen Bereich oder in der Seefahrt. Insbesondere die Prinz-Heinrich Schiffermütze war und ist im maritimen Bereich bis heute sehr beliebt. Eine moderne Abwandlung der Schirmmützen sind die insbesondere bei jungen Leuten und Sportlern sehr begehrten Baseball Mützen mit dem großen, festen Schirm.
Aus dem Vereinigten Königreich von England stammt im Übrigen der für die Schirmmützen gebräuchliche Begriff BakerboyCap.

Weitere Materialien und Macharten der Ballonmütze und Schiebermütze

So eine waschechte Bakerboy Cap ist wie schon mehrfach erwähnt meist aus Tweed, Cord oder Filz gefertigt, es gibt aber auch Modelle die aus Antique Leder, Wolle, Kordsamt, Leinen, besonders weichem Lammleder, Lodenwolle, Canvas, gewachster Baumwolle, Segeltuch oder einem Wollgemisch gefertigt sind. Manche von ihnen ziert ein Leder- oder Cordband um die Krempe, einige besitzen ein vorgebogenes Visier, viele sind in angesagtem Fischgrätmuster oder gar mehrfarbig gehalten. Wieder andere sind voll und ganz aus Leder gefertigt, auch der Schirm. Es gibt gemusterte Bakerboy Mützen aber auch einfarbige Varianten. Bei den Modellen mit Musterung überwiegen großflächige Karomuster. Es gibt die Bakerboy-Ballonmütze und Schiebermütze in allen Farbvariationen von weinrot über royalblau, alle Braun-, Grau- und Schwarztöne bis hin zu grünen, gelben und weißen Mützen.

Fazit

Mit einer Ballonmütze oder Schiebermütze im Bakerboy Stil bist Du sowohl im Sommer als auch im Winter trendig und sehr individuell gekleidet. Die Modelle mit Nacken- und Ohrenklappen sorgen im Winter für warme Ohren, so dass Du auch mit einer Schirmmütze nicht frieren musst.